NEUN   KREUZWEG  -  STATIONEN

Mischtechniken von Regina Piesbergen  2000, 100cm x 70cm

Ausstellung der Bilder in unserer Marktkirche vom 13.03.2011 bis zum 22.04.2011

Die Texte zu den Bildern sind von Frau Piesbergen im Gottesdienst zur Eröffnung der Ausstellung als ihre Gedanken zu den einzelnen Werken verlesen worden.

Bild 1a
Bild 2

1.   DIE FUßWASCHUNG  Jesus Christus - als rechte Strichfigur - dient in gebückter Haltung seinen Jüngern mit dem Waschen der Füße.

Wasser ist angedeutet in den blauen Flecken links.

Beinahe aufrecht sitzt ein Jünger auf einem Hocker. Es könnte Petrus sein.

Man trug Sandalen, die Wege waren staubig.

Zur Ehrerbietung einem Gast gegenüber gehörte das Sauberkeitsritual.

 

Bild 3

3.            DIE                GEFANGENNAHME       

Nichts als Striche!

Nichts als Stricke !

Fesselung !

Verwirrspiel der Gefühle !

Wir tun uns schwer mit dem harten Weg, den Jesus, der Christus, der Messias, gehen muss.

Könnte es auch die Verwirrung der Jünger sein?

Wünschen wir nicht den strahlenden Sieg?!

Ausrufezeichen !    --    da   !! ---

DA fing alles an.

Nun gibt es kein Zurück mehr.

Gefangennahme!

Unser Ausrufezeichen verliert die Farbe und verzerrt sich zum „Beinahe - Fragezeichen“ mit dem Punkt in der äußersten Ecke.

Bild 5

5.    DIE VERURTEILUNG

Durchgestrichen !

Durchkreuzt !

Mehrfach durchkreuzt.

DU, Jesus Christus, bist der erste wahre Mensch und der einzig Unschuldige, und dein Leben wird dennoch durchkreuzt. Du bleibst gradlinig bei deiner Mission.

 

 

Bild 7

7     JESUS STIRBT AM                        KREUZ

Grelle Rottöne   -   das Ärgernis des Kreuzes!

 

Auf diesem brutalen Weg ist die Erlösung der Menschen geschehen? Hätte es nicht ästhetischer und einfacher verlaufen können? Uns ärgert die Art und Weise von Gottes Ratschluss. Uns ärgert, dass ein vordergründig Gescheiterter unsere einzige Rettung sein soll.

Dieses Ärgernis wird farblich übertragen durch drei verschiedene Rottöne, die grell wirken, weil sie sich „beißen“. Der Körper des Gekreuzigten ist zu einem Hauch verkommen, so stark trifft das Leid.

Bild 9

 

2.   JESUS BETET IM               GARTEN                        Das Auge nimmt Bäume wahr, die gezeichnet sind und in ihren Kronen das Grün des lebendigen Wachstums angedeutet haben.

Eine hingestreckte Figur wird sichtbar auf der rechten Seite des Bildes. Jesus betet und leidet in großer Einsamkeit und Verlassenheit, darum ist er auf eine gesonderte weiße Unterlage gemalt, er hebt sich vom Untergrund ab, er ist isoliert in seiner Einsamkeit.

Er ahnt das Kreuz, er trinkt den bitteren Kelch. Darum sind Kreuz und Kelch etwas schräg dargestellt, weil sie sich schon in seiner Vorstellung befinden. Der Kelch wird zum Gefäß seines Blutes werden, das er für die Menschheit vergoss und das im Abendmahl durch Jesu Gegenwart zur wahren  Lebensspende wird. 

Er hat ja durch das Gebet genauen Kontakt mit seinem Vater im Himmel, der ihn dies alles wissen lässt.

Bild 4

4     DIE REUE DES                     PETRUS

Unsere Augen sehen einen Hahn, aufrecht und siegesgewiss. Links im Bild sind blaue Ovale dargestellt; könnten sie die Augen des Petrus sein? Darunter  sind Tropfen angedeutet, sind es Tränen?

 

Der Hahn hat gekräht wie vorhergesagt und Petrus fällt es wie Schuppen von den Augen: seine Treulosigkeit, seine Selbstüberschätzung! Sein Versagen!

 

Bild 6

6.     JESUS NIMMT DAS KREUZ AUF SICH

Eine Zusammenstellung von einem bekannten Bild und Kreuzesbalken aus Pappe geschnitten, künden von dem bevor stehenden Tod. Der dorngekrönte Kopf des Körpers ist nur zu sehen; er wird sterben am Fluchholz und trotzdem ein König bleiben.

 

 

Bild 8

8     MATER DOLOROSA

 Jesu Leichnam, beweint von seiner Mutter Maria

 

Maria trägt schmerzgebeugt das Kreuz ihres Leides wie ein Joch auf ihren Schultern. Sie beweint den erstgeborenen Sohn ihres Leibes, der vor ihr stirbt – sowohl zeitlich als auch räumlich. Sie weiß noch nichts davon, dass er auf eine neue Weise leben wird.

 

9     GRABLEGUNG    -  

wer wälzt mir den Stein von des Grabes Tür ?

STEIN   -   ÜBERGROß

Stein         -     groß wie ein Bild

Es geht nur noch um die Frage, wie gelange ich zu Jesus?

Wer räumt mir die Brocken aus dem Weg, die mich hindern und die Sicht verstellen? Es müssen nicht Menschenhände sein!
Wiederum: was soll mir ein bandagierter Leichnam? Bandagiert bis zur Unkenntlichkeit und eingezwängt in ein Rechteck, also: wirklich gestorben?! Er ist nicht scheintot, nicht wiederbelebt und ausgewandert….?

Glaubende, Wissende gehen schon an Karfreitag schwanger mit der Osterfreude :

der  H E R R  IST AUFERSTANDEN !

H a l l e l u j a !